von Andrej Bill ver.di Gewerkschaftssekretär
Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste am Flughafen Düsseldorf protestieren gegen die Vergabepraxis nach BADV und fordern Beschäftigungssicherheit für ihren Arbeitsplatz
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer stellt sich den Beschäftigten und positioniert sich auf der Seite der Kolleginnen und Kollegen
Die Beschäftigten der Aviapartner GmbH & Co KG standen heute stellvertretend für über 400 Mitarbeiter vor dem NRW-Verkehrsministerium, um über ihre Lage auch zwei Jahre nach der „irrsinnigen“ BADV-Lizenzentscheidung (Link) zu berichten. Der Betrieb arbeitet seit zwei Jahren ohne Lizenz als Subunternehmer in der Gepäckabfertigung am Flughafen Düsseldorf und steht auch im Zuge der aktuellen Lizenzentscheidung vor einer ungewissen Zukunft.
Rund 2.000 Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste am Flughafen Düsseldorf warten seit Juli 2024 auf eine Entscheidung des NRW-Verkehrsministeriums, die weitreichende Folgen für sie hätte. Es geht um die Frage, ob die Firmen der AAS ihre Lizenzen für das Be- und Entladen von Luftfahrzeugen, die Gepäckabfertigung und andere Dienstleistungen behalten dürfen.
Aviapartner schwingt von einer Liane zur Nächsten wie im Jungle
Statt ein geordnetes Übergangsverfahren bei Lizenzwechseln unter Bodenverkehrsdienstleistern zu etablieren, setzte man am Flughafen Düsseldorf auf eine völlig ungeordnete Mitarbeiterwanderung zwischen den Betrieben. Auch um einer Abwanderungswelle von frustrierten Beschäftigten am Flughafen Düsseldorf in andere Branchen zuvorzukommen, wurden in den letzten 2 Jahren immer wieder Zugeständnisse gemacht, die nicht eingehalten wurden.
Zunächst sollte ein Joint-Venture zwischen Aviapartner und AAS entstehen. Dieter Rolf Streuli präsentierte sich im Zuge dessen bereits auf einer Betriebsversammlung der Aviapartner als der neue wichtige Mann im Betrieb. Präsentationsfolien der alten Geschäftsführung von Aviapartner zierten bereits das AAS-Logo. Doch daraus wurde nichts.
Stattdessen folgte lediglich ein Subcontracting zwischen Aviapartner und AAS, das entgegen von weiteren Zugeständnissen an die Belegschaft über die feste, langfristige Laufzeit des Vertrags zuletzt immer weiter Auftragsbestandteile spürbar ausgedünnt wurden. Es bleibt die ungeklärte Frage, wie es perspektivisch für die über 400 Mitarbeiter der Aviapartner weitergeht.
NRW-Verkehrsminister Krischer wünscht sich Flughafen Düsseldorf wieder in stärkerer Rolle
Der NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer begrüßte die Mahnwache und stellte sich mit viel Verständnis den Kollegen. Er gab zu verstehen, dass er das aktuelle BADV-Lizenzverfahren ebenfalls ablehne und ihm wieder eine stärkere Rolle des Flughafens Düsseldorf als Selbstabfertiger vorschwebe. Zudem bedauerte er die primär technische Rolle seines Ministeriums im BADV-Verfahren, bei dem man stark an Gesetze und Verordnungen gebunden sei.
Dennoch wolle man erneut auf den Flughafen Düsseldorf zugehen, um eine zukunftsfähige Lösung für die Beschäftigten der Aviapartner zu thematisieren. Zudem zeigte er sich offen für den Vorschlag einer Gesprächsrunde unter den beteiligten Akteuren: dem Flughafen mit seinem Nutzerausschuss, Ministerium, Aviapartner-Betriebsratsvertretern und Gewerkschaft.
Ausstehende Lizenzentscheidung im 2. Quartal 2025 erwartet
Herr Krischer prognostizierte nach Rücksprache mit seinem Ministerium eine Entscheidung im ausstehenden Lizenzverfahren innerhalb des 2. Quartals 2025. Man warte weiterhin auf Unterlagen der AAS, um die Folgen der Übernahme der Acciona durch die AAS (Link hier und hier) für das BADV-Verfahren besser nachvollziehen zu können.
Die Kolleginnen und Kollegen von Aviapartner bleiben kämpferisch hinter ihrer Forderung: Jetzt ein Zukunftskonzept zur Beschäftigungssicherung der mehr als 400 Mitarbeiter bei Aviapartner am Flughafen Düsseldorf! Und Schluss mit dem kranken BADV-Lizenzvergabesystem! Damit es in 4 Jahren nicht die nächsten Trifft.
Wir melden uns spätestens mit der nächsten Mahnwache!